March 24, 2026

Hinter den Kulissen eines kunstvollen Editorials
Mit diesem Blogbeitrag möchte ich nicht nur das kunstinspirierte Editorial Vessels of Quiet zeigen, sondern auch einen Einblick geben, wie ich arbeite und warum solche Projekte für mich eine zentrale Rolle spielen.
Meine Arbeit als Kunst Hochzeitsplanerin ist stark konzeptionell geprägt. Ich denke Hochzeiten nicht ausgehend von Trends oder klassischen Abläufen, sondern aus Ideen, Bildern und künstlerischen Referenzen heraus. Styled Shootings sind dabei der Raum, in dem diese Denkweise sichtbar wird – frei von äußeren Rahmenbedingungen, aber mit einem klaren gestalterischen Anspruch.
Dieses Editorial steht exemplarisch für meinen Ansatz: eine ruhige, reduzierte Bildsprache, ein klares Konzept und der Fokus auf Bedeutung statt Dekoration.
Im Folgenden zeige ich das Konzept hinter Vessels of Quiet, erkläre, welche Rolle Styled Shootings in meiner Arbeit spielen –und gebe Einblicke in meine Aufgaben und Prozesse bei der Umsetzung.



Styled Shootings sind ein fester Bestandteil der Hochzeitsbranche. Sie dienen dazu, Trends zu setzen, neue Ideen zu zeigen und visuelle Inspiration zu schaffen. Für mich haben sie jedoch eine andere, tiefere Funktion.
Mein Ansatz als Hochzeitsplanerin für kunstvolle Hochzeiten und Hochzeiten in Museen geht bewusst weg von klassischen Hochzeitsbildern, dekorativen Konzepten oder trendgetriebenen Inszenierungen. Ich arbeite konzeptionell, stark kunstinspiriert und mit dem Anspruch, Hochzeiten als kulturelle und ästhetische Kompositionen zu denken.
Genau deshalb sind Styled Shootings für mich essenziell. Sie sind der Raum, in dem ich diese Haltung sichtbar machen kann. Ein Raum, in dem ich nicht auf Budgets, Abläufe oder Erwartungen reagieren muss – sondern frei denken kann. Styled Shootings sind für mich kein Marketing-Tool im klassischen Sinne, sondern eine Form von künstlerischer Recherche und visuellem Ausdruck. Sie zeigen nicht nur, wie etwas aussehen kann. Sie zeigen, wie ich Hochzeiten denke.



Vessels of Quiet ist ein kunstinspiriertes Bridal Editorial, das sich mit dem Begriff des „Haltens“ auseinandersetzt – nicht als sichtbare Geste, sondern als leise, tragende Qualität.
Im Zentrum stehen die keramischen Arbeiten von Marina Necker. Sie fungieren nicht als dekorative Elemente, sondern als skulpturale Anker innerhalb der Bildwelt. Die Gefäße tragen Spuren von Zeit, Materialität und Berührung – und werden so zu einer Metapher für das, was eine Hochzeit im Kern ausmacht: Präsenz, Verbindung und das, was über den Moment hinaus Bestand hat.
Das Konzept entfaltet sich in drei Ebenen:
Die visuelle Sprache ist bewusst reduziert. Licht, Raum und Komposition stehen im Vordergrund. Nicht, um zu inszenieren – sondern um sichtbar zu machen.

Bei Vessels of Quiet lag meine Aufgabe als Hochzeitsplanerin und Art Director in der künstlerischen Gesamtleitung und Konzeption. Dabei geht es um weit mehr als nur die Entwicklung einer Idee. Es ist ein Prozess, der von der ersten konzeptionellen Grundlage bis zur finalen Umsetzung jedes Detail umfasst.
Die Fotografinnen sind auf mich zugekommen, da sie meine Ausrichtung und Arbeitsweise schätzen und den Wunsch hatten, ein gemeinsames Editorial umzusetzen, das inhaltlich und konzeptionell klar geführt ist. Auf dieser Basis habe ich die inhaltliche und visuelle Richtung des Shootings entwickelt und daraus das Gesamtkonzept aufgebaut.
Im nächsten Schritt habe ich gezielt nach einer Künstlerin gesucht, deren Arbeit dieses Konzept tragen kann. Mit Marina Necker entstand so die zentrale Achse des gesamten Editorials. Darauf aufbauend habe ich das kreative Team erweitert – von Styling über Floristik bis hin zu weiteren beteiligten Dienstleister:innen – immer mit dem Ziel, eine konsistente visuelle Sprache zu schaffen.
Ein wesentlicher Teil meiner Arbeit bestand darin, diese ästhetische Linie mit allen Beteiligten abzustimmen und zu schärfen. In enger Zusammenarbeit mit den Fotografinnen habe ich die einzelnen Shooting-Settings entwickelt und definiert, sodass jedes Bild in sich stimmig ist und gleichzeitig auf das übergeordnete Konzept einzahlt. Ergänzt wurde dieser kreative Prozess durch die Erstellung eines detaillierten Zeitplans, der die Grundlage für einen reibungslosen Ablauf bildet.
Neben der konzeptionellen Arbeit gehört auch die operative Umsetzung zu meinem Aufgabenbereich. Dazu zählen die gesamte Kommunikation und Abstimmung mit dem Model sowie allen Dienstleister:innen, die Planung der Logistik – also Materialien, Abläufe und Timing – sowie ganz konkrete Aufgaben wie die Abholung des Brautkleides am Vortag. Am Shootingtag selbst übernehme ich die Koordination vor Ort und begleite den Auf- und Abbau der einzelnen Settings, sodass jedes Detail so umgesetzt wird, wie es gedacht ist.
Was dabei oft unterschätzt wird: Ein Styled Shooting funktioniert nur dann, wenn Konzept und Umsetzung nahtlos ineinandergreifen. Jede Entscheidung – vom Material bis zum Licht – muss auf die ursprüngliche Idee einzahlen. Nur so entsteht am Ende eine Bildwelt, die nicht nur ästhetisch ist, sondern auch inhaltlich trägt.

Vessels of Quiet ist ein Projekt, das bewusst leise ist. Kein Spektakel. Keine Überinszenierung.
Sondern eine Auseinandersetzung mit dem, was unter der Oberfläche liegt. Und genau darin liegt für mich die Relevanz solcher Arbeiten: Sie schaffen einen Gegenentwurf zu dem, was Hochzeiten oft sind – und eröffnen einen Raum für das, was sie sein können.
Beteiligte Dienstleister:innen:
Photography:Juliane Kaeppel
Concept: Tamara Wilde, Juliane Kaeppel, Lea Bächle Artiage Weddings
Wedding Planner and Artistic Direction: Lea Bächle Artiage Weddings
Ceramic artist: Marina Necker
Estudio: The Loom
Decoration: Festtischlein
Floral Artist: StudioStefanie Schäfer
Stationery: Slowdown Art
Hair & Make-up: Joana Greimers
Wedding Dresses: WhiteSilhouette Bridal Wear
Jewelry: White Silhouette Bridal Wear
Bride: Lisa
